Bauerschlammschlacht 001

danke für den Einsatz der Bauern für mehr Biodiversität durch das Anlegen von 500 km Blühstreifen

an den Feldrändern. Das ist auf jeden Fall schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Nicht erwähnt haben Sie, dass der Maisanbau 2014 um weitere 4,7% auf 565 000 Hektar gestiegen ist. Die dafür verwendeten Blühflächen wurden meist erst chemisch behandelt und dann untergepflügt. Natürlich sind die Bauern noch die Ernährer des Volkes, zumindest für die, die immer noch nicht verstanden haben welch minderwertige Produkte sie auf den Teller bekommen. Minderwertige Ackerfrüchte durch künstlichen Dünger zum Wachstum getrieben und vergiftet mit Agrochemiecocktails die den stärksten Bauern vom Traktor hauen. Wussten Sie, lieber Herr Bauernpräsident, dass immer mehr Bauern an schweren Erkrankungen unter anderem des Nervensystems leiden? Sie vergiften sich selbst mit ihren starken Pestiziden und uns gleich mit, bei ihrer täglichen Arbeit. Wussten sie auch, dass 70% aller Urin Proben in Deutschland, die auf Glyphosat untersucht wurden, positiv waren? Was glauben sie woher das kommt? Etwa nicht von einer rücksichtslos betriebenen, intensiven Landwirtschaft auf Kosten der Umwelt? Apropos Kosten. Werden Ihre Subventionen nicht aus unseren Steuergeldern finanziert? Sie bekommen noch Geld dafür, dass sie Grund, Boden und Wasser vergiften. Für die von kurzfristig denkenden, verantwortungslosen, geldgierigen und unwissenden Landwirten angerichteten Umweltschäden wie Bodenerosion, Zerstörung von wertvollem Ackerboden und belastetem Trinkwasser werden nicht Sie bezahlen, sondern wir die Allgemeinheit und unsere Nachkommen werden dafür aufkommen müssen. Oder wussten Sie nicht, dass durch jahrzehntelangen Einsatz von zu schweren Ackerbearbeitungsgeräten,  petrochemischen Kunstdünger und zu seltenem Fruchtwechsel die Bodenfruchtbarkeit verloren geht, weil Bodenbakterien und Kleinlebewesen absterben?                                            Sie sollten sich als  Bauern, als Landeigentümer und als unsere Ernährer, die sie sein wollen ihrer Verantwortung bewusst sein und entsprechend handeln. Gerne kaufe ich und bestimmt auch alle anderen, von denen Sie sich so stark angegriffen fühlen, von Bauern, die nachhaltig mit und nicht gegen die Natur, unsere Lebensmittel erzeugen.  Einer Umfrage von Spiegel Online zufolge sind mehr als 40% der Befragten dazu bereit höhere Preise für sicheres und gesundes Essen zu zahlen – ein Drittel tut das bereits.                                                               Ab 1.1 startete die bundesweite Initiative „Tierwohl“ der vom Lebensmitteleinzellhandel finanziert wird. Der Einzelhandel bezahlt ihnen Geld damit sie für mehr Licht und Platz pro Tier zu sorgen?Eigentlich sollte es für sie als Landwirt selbstverständlich sein, ihren Tieren das Leben mit ausreichend Platz, Licht, artgerechte Fütterung und täglichem Auslauf angenehm zu machen. Warum muss dafür wieder extra eine Kampagne gestartet werden?                                             Und was verstehen Sie unter Babymörder?                                                   Meinen Sie die Kälbchen, die sie schon nach wenigen Lebenstagen quer durch Europa schicken um sie irgendwo billig schlachten zu lassen oder meinen sie die Babys die in Krankenhäusern liegen und an multiresistenten Keimen sterben?  Resistenze, die sich entwickeln konnten, weil unter anderem auch in der Tiermast viel zu häufig und hochdosiert Antibiotika zum Einsatz kommen. Puten, Gänse und Schweine erhalten in ihrem kurzen, zum Teil nur sechsmonatigem kurzen Leben bis zu 21 mal Antibiotika verabreicht. Das würde im Vergleich bei einem 80 Jahre alten Menschen eine Dauerbehandlung von 20 Jahren bedeuten. Im Durchschnitt werden Tiere in einem Mastdurchgang 5 bis 7 mal mit Antibiotika behandelt. Wussten Sie nicht, dass die Art der Gänsemästung zu Leberkrebs an den Tieren führt und Leberpastete eigentlich Lebergeschwürpastete heißen müsste?                                                                                                                                        Ja, Herr Bauernpräsident auch mir tut es in der Seele weh, dass ich Ihnen und ihrem Berufstand nicht näher bringen kann, dass man so Landwirtschaft nicht mehr betreibt und ich muss nichts von Landwirtschaft versehen, damit ich so etwas behaupten kann.             Der Generationswechsel hat es so schwer, weil immer mehr Menschen sich Gott sei Dank, Gedanken machen wie und womit sie sich ernähren und sie ihnen ihre Unwissenheit im Informationszeitalter nicht mehr abnehmen wollen. Ich verstehe ihr Klagen, mir würde es auch keinen Spaß mache, als Jungbauer auf einem hochverschuldeten Hof, wie mein Vater eine Marionette der Banken und Agrarkonzerne zu sein.  Lehren Sie ihren Jungbauern Mut und Demut, eigenes Denken und Selbstbewusstsein, dann können sie wieder Bauern sein, wie wir sie in Zukunft brauchen werden. Bauern die lebendigen Boden erhalten um darauf gesunde, hochwertige Lebensmittel für uns alle zu erzeugen.

Und lieber Schweinhalter Herr Scharl,
subventionsgestützte Landwirtschaft erfordert nun mal viel Überwachungsbürokratie und es liegt an ihnen, sich daraus zu befreien

Hans Söllner