Hans Söllner Live in Moosburg / Konzertkritik

Am  9.12.2006, Stadthalle Moosburg, Niederbayern. Ein seit Wochen ausverkauftes Konzert von Hans Söllner & Bayaman Sissdem, tolle Stimmung, begeisterte Zuschauer. Kommentare nach dem Konzert oder im Gästebuch  der Han Söllner Webseite: Aber dann gibt es da auch einen der heißt Niko Firnkess, nennt sich Journalist und berichtet über „kulturelle Ereignisse“ aus Moosburg und Umgebung für die „Moosburger Zeitung“. Und solche rächen sich gerne dafür, daß sie ihre Schülerzeitungsprosa „nur in einem Provinzbladl“ ausbreiten dürfen, während sie sich doch für was besseres halten. Und während er so tut als beschäftige er sich mit Hans Söllner, meint er eigentlich dessen Publikum, das er scheiße findet, eigentlich unter seiner Würde, daß er sich mit sowas beschäftigen muß . Und so schreibt er nur über seinen Schaum vorm Mund und rutscht schon vorher angeekelt auf seiner eigenen Kotzspur ins Konzert. Und dort sind sie, die Leute „aus engen Tälern und Dörfern, in denen sich Menschen über Jahrhunderte hinweg stets innerhalb kleiner dörflicher Gemeinschaften vermehrt haben, was zu speziellen genetischen Rückkopplungen geführt haben könnte…“ Und hier sind die kleinen Nikos, die schon weit weg sind in einer größeren Welt, auf einem anderen Niveau…. und dann, ja dann landen sie doch wieder „nur“ in Moosburg und dann müssen sie in die Stadthalle mit all diesen primitiven Söllner-Fans. Und die fragen ihn dann nicht einmal um Erlaubnis, ob sie begeistert sein dürfen bei einem Abend mit Hans Söllner, die freuen sich einfach! Während Niko Prostatabeschwerdesendungen anschauen muß und das Wasser nachts nicht halten kann. Niko mag sich selbst einfach nicht – wie sollte er da Respekt vor anderen gelent haben.
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Moosburger Zeitung / 11.12.2006

Söllner mag manche Leute nicht

Laue Show in der ausverkauften Stadthalle – Von Weiterentwicklung keine Spur

Moosburg. Es gibt schöne und interessante Zeitungstermine, manchmal muss man aber in den sauren Apfel beißen und am Samstagabend Hans Söllner in der ausverkauften Stadthalle besuchen. Das ist dann eine Herausforderung ästhetischer Art, die nur schwer getoppt werden kann. Söllner mag manche Leute nicht: Polizisten etwa oder Lehrer. Das erfuhr man in etwa so ausgiebig und interessant, wie man weiland bei Hans Meiser staunend in TV-Talks am Schicksal von Menschen teilhaben konnte, die nachts entweder ständig das WC besuchen mussten oder alternativ an Protstatabeschwerden litten. Es gab etwas revolutionären Touch, die Anregung, einen polizeilichen Fehlalarm zu produzieren oder das resignierende „Oiwai i“, wenn Söllner sich wieder ertappt fühlte. Söllner lässt sich in seiner Eigenart auf verschiedene Art erklären: Er stammt aus dem Berchtesgadener Land. Dort gibt es enge Täler und Dörfer, in denen sich Menschen über Jahrhunderte hinweg stets innerhalb kleiner dörflicher Gemeinschaften vermehrt haben, was zu speziellen genetischen Rückkoppelungen geführt haben könnte. Oder Söllner hat im Laufe seiner 50 Lenze etwas zuviel von dem von ihm immer wieder mit Penetranz angepriesenen Marihuana konsumiert. Oder Söllner hat seine Masche kultiviert, aus deren Ertragsfrüchten er sein Eigenheim abbezahlen und ein spießiges Privatleben führen kann. Geld stinkt nicht, und wenn es fließt, wenn man den wilden Mann spielt, sei ihm dies vergönnt. Nur wirkt es nicht echt, sondern aufgesetzt. Genau wie das Gehabe von manchem Zuhörer. Etablierte Väter wollten ihren mitgebrachten Kindern zeigen, wie revolutionär sie mal waren. Der andere Teil mochte Söllners Masterbotschaft einer gerechteren Welt dank eines globalen Gremiums, das einen Plan entwickelt, wohl nur schwer nachvollziehen. Wie soll man es irgendwie ungerecht oder abnorm finden, dass Kinder von Manila bis Mexico City in Mülldeponien leben müssen, wenn man sich selbst gerne zwischen Zigarettenkippen niederlässt? Die beförderten die Zuschauer auch im Saal auf den Boden. Auch wenn ein anwesender Stadtrat dafür den Mangel an Aschenbechern verantwortlich machte – dem Autor gelang es im Selbstversuch problemlos und ohne sein Bewegungsvermögen über Gebühr beanspruchen zu müssen, ein geeignetes Behältnis ausfindig zu machen und anzusteuern. Dass man sich im Saal teilweise mit dem ausgestreckten Mittelfinger begrüßte, war so etwas wie das Salz in der Suppe. Manche Künstler haben es verstanden, ihre Botschaft ihrem Alter anzupassen. Bruno Jonas etwa gehört dazu. Andere machen sich schlicht lächerlich, wenn sie nicht kapieren, dass man mit 50 nicht mehr wie mit 25 auftreten kann. Hier wäre eine ernsthafte Weiterentwicklung gefordert, und nicht das Sich-Selbst-Kopieren. Man nimmt Söllner seine Inhalte nicht mehr ab. Und musikalisch bot er herzlich wenig: Eine gepresste und kaum modulationsfähige Stimme, die die Ausdrucksintensität einer Klobürste hatte. Das Ganze wurde durch eine Band garniert, die langweilig Stereotypes abspielte. Hinzu kam die miserable Technik: „Vastehts wos?“ fragte er einmal. „Naaaaa“ kann man darauf nur antworten – die Tontechniker brachten es nicht fertig, das Geschehen auf der Bühne für den Saal elektroakustisch aufzubereiten.

-fi-
Redaktion: moosburg, 11. Dezember 2006